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BGB und Preisangabenverordnung, mit Paragraf und Link

Kostenvoranschlag vom Handwerker: bindend oder nicht?

Der Zettel liegt auf dem Tisch, und die Frage dahinter ist fast immer dieselbe: gilt der Betrag jetzt? Diese Seite beantwortet das mit den Vorschriften, die es dazu wirklich gibt, statt mit Faustregeln. Jeder Abschnitt nennt den Paragrafen, den Link und den Tag, an dem ich den Text geöffnet habe.

Kosten berechnenHandwerker-Stundenlohn

Der Stundensatz im Voranschlag lässt sich mit dem vergleichen, was Erhebungen für eine Handwerkerstunde nennen.

Jeder Abschnitt mit Paragraf und PrüfdatumErklärung der Gesetzestexte, keine RechtsberatungWas im Gesetz nicht steht, steht hier auch nicht
Bauzeichnungen, Lineal und Bleistift auf einem Tisch
Was diese Seite ist und was nichtEine Erklärung der veröffentlichten Gesetzestexte, keine Rechtsberatung. Ob in Ihrem Fall eine Überschreitung wesentlich ist oder ein Papier als Angebot gilt, entscheidet der Einzelfall und am Ende ein Gericht, nicht diese Seite. Was hier steht, stammt aus zehn Vorschriften, und die stehen unten alle mit Link.

Angebot oder Kostenvoranschlag: der Unterschied

Im Alltag werden beide Wörter durcheinander benutzt, rechtlich sind es zwei verschiedene Dinge. Ein Angebot ist ein Antrag auf einen Vertrag, und daran ist der Betrieb gebunden, solange er die Bindung nicht ausgeschlossen hat. Ein Kostenvoranschlag ist eine fachmännische Schätzung dessen, was die Arbeit kosten wird. Vereinbart wird die Vergütung durch den Vertrag, nicht durch die Schätzung davor.

§ 145 BGB

Bindung an den Antrag

Das ist der Unterschied, um den es hier geht: ein Angebot ist ein solcher Antrag und bindet damit den Betrieb, ein Kostenvoranschlag ist eine fachmännische Schätzung.

„Wer einem anderen die Schließung eines Vertrags anträgt, ist an den Antrag gebunden, es sei denn, dass er die Gebundenheit ausgeschlossen hat.“

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 145 BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

§ 631 BGB

Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag

Der Betrieb schuldet das versprochene Werk, Sie schulden die vereinbarte Vergütung. Vereinbart wird die Vergütung durch den Vertrag, nicht durch den Kostenvoranschlag davor.

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 631 BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

Der praktische Rat aus diesen zwei VorschriftenFragen Sie, ob das Papier verbindlich ist, und lassen Sie sich die Antwort auf das Papier schreiben. Ein Satz wie „verbindliches Angebot, gültig bis“ beendet die ganze Diskussion, bevor sie entsteht.

Kostet der Kostenvoranschlag selbst etwas?

Im Zweifel nicht. Das Gesetz nennt das Papier Kostenanschlag und sagt dazu einen einzigen Satz, aber der ist eindeutig. Umgekehrt heißt „im Zweifel“, dass ein Betrieb ihn sehr wohl berechnen darf, wenn er das vorher deutlich sagt. Bei einer aufwendigen Aufnahme vor Ort ist das nicht unüblich.

§ 632 Absatz 3 BGB

Vergütung

Wer nichts anderes vereinbart hat, zahlt für den Kostenvoranschlag also nichts. Das Wort Kostenanschlag im Gesetz meint dasselbe Papier, das im Alltag Kostenvoranschlag heißt.

„Ein Kostenanschlag ist im Zweifel nicht zu vergüten.“

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 632 BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

Wenn die Rechnung höher wird als der Voranschlag

Das ist die meistgestellte Frage zu diesem Thema, und das Gesetz beantwortet sie nicht mit einer Prozentzahl, sondern mit zwei Pflichten und einem Recht: der Betrieb muss eine drohende wesentliche Überschreitung unverzüglich anzeigen, Sie dürfen aus diesem Grund kündigen, und er bekommt dann nur, was der geleisteten Arbeit entspricht.

§ 649 BGB

Kostenanschlag

Liegt dem Vertrag ein Kostenanschlag zugrunde, ohne dass der Betrieb die Gewähr für seine Richtigkeit übernommen hat, und zeigt sich, dass das Werk nicht ohne eine wesentliche Überschreitung ausführbar ist, dürfen Sie aus diesem Grund kündigen. Der Betrieb bekommt dann nur den Anspruch aus § 645 Absatz 1. Und: eine solche Überschreitung muss er Ihnen unverzüglich anzeigen.

„Ist eine solche Überschreitung des Anschlags zu erwarten, so hat der Unternehmer dem Besteller unverzüglich Anzeige zu machen.“

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 649 BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

§ 645 Absatz 1 BGB

Verantwortlichkeit des Bestellers

Das ist der Anspruch, auf den § 649 verweist: einen der geleisteten Arbeit entsprechenden Teil der Vergütung und Ersatz der darin nicht enthaltenen Auslagen. Nicht die ganze vereinbarte Summe also, sondern das, was bis dahin wirklich gearbeitet wurde.

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 645 BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

Wenn Sie während der Arbeiten etwas ändern

Bei einem Bauvertrag gelten zwei zusätzliche Regeln, und die sind der Grund, warum eine Änderung mitten im Projekt selten billig ist. Erst versuchen beide Seiten, sich über die Änderung und den Preis zu einigen. Kommt binnen 30 Tagen keine Einigung zustande, dürfen Sie die Änderung in Textform anordnen. Der Preis dafür richtet sich dann nach den tatsächlich erforderlichen Kosten mit angemessenen Zuschlägen, und in Abschlagszahlungen darf der Betrieb bis zu 80 Prozent einer angebotenen Mehrvergütung ansetzen, solange Sie sich nicht geeinigt haben.

§ 650a BGB

Bauvertrag

Ein Bauvertrag ist ein Vertrag über die Herstellung, die Wiederherstellung, die Beseitigung oder den Umbau eines Bauwerks, einer Außenanlage oder eines Teils davon. Ein Vertrag über die Instandhaltung zählt dazu, wenn das Werk für Konstruktion, Bestand oder bestimmungsgemäßen Gebrauch wesentlich ist. Nur für solche Verträge gelten die beiden Regeln danach.

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 650a BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

§ 650b BGB

Änderung des Vertrags; Anordnungsrecht des Bestellers

Wollen Sie während der Bauzeit etwas ändern, streben beide Seiten zuerst Einvernehmen über die Änderung und über die Mehr- oder Mindervergütung an. Der Betrieb ist verpflichtet, dazu ein Angebot zu erstellen, bei einer reinen Wunschänderung allerdings nur, wenn ihm die Ausführung zumutbar ist.

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 650b BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

§ 650c BGB

Vergütungsanpassung bei Anordnungen nach § 650b Absatz 2

Die Höhe der Mehrvergütung richtet sich nach den tatsächlich erforderlichen Kosten mit angemessenen Zuschlägen für allgemeine Geschäftskosten, Wagnis und Gewinn. Ein Nachtrag ist also keine freie Preisbildung.

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 650c BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

Brutto oder netto auf dem Papier

Gegenüber Verbrauchern gilt die Preisangabenverordnung, und die verlangt den Gesamtpreis. Wird der Preis aufgegliedert, muss der Gesamtpreis hervorgehoben sein. Für Sie heißt das: der Endbetrag mit Umsatzsteuer gehört auf das Papier, nicht nur eine Nettosumme, aus der Sie selbst hochrechnen müssen.

§ 3 PAngV

Pflicht zur Angabe des Gesamtpreises

Wer Verbrauchern Waren oder Leistungen anbietet oder ihnen gegenüber mit Preisen wirbt, hat die Gesamtpreise anzugeben. Deshalb gehört auf einen Kostenvoranschlag für Ihren Haushalt der Endbetrag mit Umsatzsteuer, und nicht nur eine Nettosumme.

„Wird ein Preis aufgegliedert, ist der Gesamtpreis hervorzuheben.“

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 3 Preisangabenverordnung, von mir geöffnet am 14.08.2026.

Wenn Sie aussteigen wollen

Sie können den Vertrag bis zur Vollendung jederzeit kündigen. Kostenlos ist das nicht: der Betrieb darf die vereinbarte Vergütung verlangen und muss sich nur anrechnen lassen, was er sich erspart oder anderweitig verdient. Für den nicht erbrachten Teil vermutet das Gesetz 5 Prozent der dafür vereinbarten Vergütung.

§ 648 BGB

Kündigungsrecht des Bestellers

Sie können den Vertrag bis zur Vollendung des Werkes jederzeit kündigen. Der Betrieb darf dann die vereinbarte Vergütung verlangen, muss sich aber anrechnen lassen, was er sich dadurch erspart oder anderweitig verdient.

Quelle: Gesetze im Internet (BMJV und juris), § 648 BGB, von mir geöffnet am 14.08.2026.

Was im Gesetz nicht steht

Diese drei Fragen beantwortet das Netz überall mit einer klaren Zahl. In den Gesetzestexten, die ich geöffnet habe, steht sie nicht, und deshalb steht sie hier auch nicht.

Um wie viel Prozent darf die Rechnung vom Kostenvoranschlag abweichen?Das Gesetz nennt keine Zahl. § 649 BGB spricht von einer wesentlichen Überschreitung und überlässt die Grenze dem Einzelfall. Prozentwerte, die dazu im Netz stehen, stammen aus der Rechtsprechung und nicht aus dem Gesetzbuch; ich habe dafür keine Fundstelle gefunden, die ich Ihnen zeigen kann, also steht hier keine Zahl.
Ab wann ist ein Kostenvoranschlag verbindlich?Das hängt an der Formulierung im Papier, nicht an einem Gesetz mit einer festen Schwelle. Ein als verbindlich bezeichneter Kostenvoranschlag ist ein Angebot im Sinne von § 145 BGB, ein unverbindlicher ist eine Schätzung. Steht dazu nichts, entscheidet die Auslegung des Einzelfalls.
Wie viel darf ein Kostenvoranschlag kosten?Auch dazu steht keine Zahl im Gesetz. § 632 Absatz 3 BGB sagt nur, dass er im Zweifel nicht zu vergüten ist. Ein Betrieb, der ihn berechnen will, muss das vorher vereinbaren, und dann gilt der vereinbarte Betrag.

Alle Vorschriften auf dieser Seite

  • § 145 BGB, Bindung an den Antrag. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 632 Absatz 3 BGB, Vergütung. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 649 BGB, Kostenanschlag. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 645 Absatz 1 BGB, Verantwortlichkeit des Bestellers. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 631 BGB, Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 650a BGB, Bauvertrag. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 650b BGB, Änderung des Vertrags; Anordnungsrecht des Bestellers. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 650c BGB, Vergütungsanpassung bei Anordnungen nach § 650b Absatz 2. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 648 BGB, Kündigungsrecht des Bestellers. Von mir geöffnet am 14.08.2026.
  • § 3 PAngV, Pflicht zur Angabe des Gesamtpreises. Von mir geöffnet am 14.08.2026.

Was danach meistens drankommt

Sanierungskosten berechnenBevor Sie ein Papier beurteilen, hilft eine eigene Spanne aus veröffentlichten Quellen.Handwerker-StundenlohnDer Stundensatz im Voranschlag lässt sich mit dem vergleichen, was Erhebungen nennen.Handwerkerleistungen absetzenFür die Steuer muss der Arbeitsanteil getrennt auf der Rechnung stehen. Das klärt man vorher, nicht hinterher.

Häufige Fragen

Ist ein Kostenvoranschlag bindend?

Ein Angebot bindet den Betrieb nach § 145 BGB, solange er die Bindung nicht ausgeschlossen hat. Ein Kostenvoranschlag ist dagegen eine fachmännische Schätzung. Das Wort auf dem Papier entscheidet also weniger als das, was daneben steht: verbindlich oder unverbindlich.

Was passiert, wenn die Rechnung höher wird als der Kostenvoranschlag?

Bei einer wesentlichen Überschreitung muss der Betrieb Sie nach § 649 BGB unverzüglich informieren, und Sie dürfen aus diesem Grund kündigen. Er bekommt dann den Teil der Vergütung, der der geleisteten Arbeit entspricht, und den Ersatz seiner Auslagen.

Darf ein Betrieb den Kostenvoranschlag berechnen?

Nach § 632 Absatz 3 BGB ist er im Zweifel nicht zu vergüten. Wer ihn berechnen will, muss das vorher vereinbaren. Fragen Sie also beim Termin, ob der Voranschlag etwas kostet, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.

Muss der Betrag brutto sein?

Gegenüber Verbrauchern gilt die Preisangabenverordnung: es ist der Gesamtpreis anzugeben, und wenn ein Preis aufgegliedert wird, ist der Gesamtpreis hervorzuheben. Ein Papier, das nur eine Nettosumme zeigt, macht Ihnen das Rechnen unnötig schwer.